Bernd Kreienbaum

Es ist irgendwie „wie zur Arbeit“ gehen, wenn sich Bernd Kreienbaum auf den Weg zur Castroper Straße macht. Wobei Arbeit eher für Beruf und Beruf dann doch eher für Berufung steht. Seine Berufung: Trikots sammeln. Bernd Kreienbaum ist der Leibchen-Chronist des VfL Bochum. 40 Mannschaften könnte der zweifache Vater mittlerweile ausstatten – in blauweiß, weiß, weißblau, blau, grün, rot, gelb oder bunt. Natürlich bunt – wer erinnert sich nicht an die legendären Papageien-Hemden im Faber-Stil? Bernd Kreienbaum hat sie fast alle.

Im normalen Leben ist der 56-Jährige Geschäftsführer einer Bio-Bäckerei – nicht anne Castroper. Dort steht Kreienbaum mit Schale und natürlich Trikot in der Kurve und feuert den VfL an. Schon in den 60ern bin ich „häufiger an der Castroper gewesen, weil eine meiner zahlreichen Tanten gegenüber des Planetariums wohnte“, erzählt Kreienbaum. Außerdem sei er als Kind gerne bei der Osterkirmes und natürlich bei den Maischützen gewesen. Ganz Bochumer eben.

Und da gehört es natürlich, dazu, ins Ruhrstadion zu gehen. „Dauergast im schönsten Stadion des Landes bin ich seit meinem ersten Spiel im Mai 1968, dem 2:1 Sieg gegen die Bayern im Halbfinale des DFB-Pokals“, erinnert sich der Altenbochumer.  Natürlich hat er mittlerweile längst ein Trikot von diesem Spiel: Das blaue Hemd von Werner Balte hängt bei ihm im überfüllten Schrank.

Bochum-Trikotsammler und VfL-Historiker aus Leidenschaft

Seit nunmehr 16 Jahren sammelt Kreienbaum den Stoff mit dem Vfl-Wappen auf der Brust. Etliche Artikel wurden schon über ihn verfasst und so darf der Sammler natürlich auch nicht im Stadionbuch „Anne Castroper – 100 Jahren Fußball Mitten in Bochum“ nicht fehlen. Auch deshalb, weil ihn noch mehr mit der Straße verbindet: „1970 wurde ich im Stadion an der Castroper Straße Stadtmeister im Schlagball-Weitwurf, ausgerufen und geehrt vom langjährigen Jugendleiter und Stadionsprecher Erwin Steden.“ Außerdem besuchten seine beiden Schwestern die Hildegardis-Schule „und das Cafe Treibsand war damals eines der seltenen Szene-Treffs in Bochum“, so Kreienbaum.

Doch wie entstand eigentlich seine Sammelleidenschaft? Im Nullerjahr besuchte er die Ausstellung „Der Ball ist rund“ im Oberhausener Gasometer. Dort waren etliche Originaltrikots ausgestellt und er schoss Fotos von ihnen für einen Freund. Die Geschichte, die jedes einzelne Leibchen erzählte, faszinierte ihn. Wenig später kaufte er sich sein erstes „Match-Worn“-Trikot des VfL auf einem Flohmarkt. Nur getragene Spielertrikots kommen in seinen Schrank – seine Schränke! – „denn die haben ‚Geschichte in den Klamotten‘.“ Gewaschen allerdings dürfen sie sein.

2007 waren es 90 Trikots, heute sind es über 435. „Meine Verbundenheit zum VfL drückt sich neben meiner Sammlung von originalen Spielertrikots auch in Wimpeln, historischen Fotos und Dokumenten und vielen anderen Memorabilia aus“, erzählt der Sammler, der seine Leidenschaft auf www.vfl-spielertrikots.de präsentiert. Stolz.

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